Wolfgang Engelmeyer
Wolfgang Engelmeyer

Vater Staat

 

Seit der deutschen Nachkriegszeit

ist des Bürgers Mündigkeit

grundgesetzlich vorgegeben:

Ein freies, selbstbestimmtes Leben

sollen alle Deutsche führen,

ohne Druck vom Staat zu spüren.

 

Die Gründer dieser Republik

bewiesen visionären Blick:

und machten Deutschland liberal;

sie waren nah am Ideal:

Die Bürger durften ganz in Frieden

an ihrem Glück und Schicksal schmieden,

sie durften, was sie wollten, kaufen

und zwanglos rauchen, fressen, saufen.

 

Dann wurde unser Land sozial

und nach jeder neuen Wahl

wurden Rechte aufgekündigt,

Bürger peu à peu entmündigt.

 

Mit Verweis auf „Volkes Wohl“

entzog man uns den Alkohol,

nahm uns dann das Nikotin

und sperrte uns die Kalorien.

 

Wir sagten stets „in Gottes Namen“

zu den Verboten „ja“ und „amen“,

gaben immer das Okay …

… aber dann kam „Veggie-Day“:

Bei den täglichen Gerichten

sollten wir auf Fleisch verzichten.

Und das taten wir … mitnichten!

 

Justament in diesen Tagen

will man uns die Wurst versagen,

weil zu viel der Schweinerei

ziemlich krebsgefährdend sei.

 

Da geht Vater Staat zu weit

und im Volk herrscht Einigkeit:

Wurst ist keine Bagatelle

Gehacktes, Bratwurst, Frikadelle,

Salami, Schinken, Speck & Co.

gekocht, geräuchert oder roh …

das ist Nationalgericht,

das verbietet man uns nicht.